Lateinische Grammatik zwischen Lust und Frust: Überlegungen zu einem zeitgemäßen Grammatikunterricht

Museumsquartier1Die vierte ADA-Tagung am Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ war einem ganz besonderen Thema gewidmet: der lateinischen Grammatik. Angesichts massiver gesellschaftlicher Veränderungen, die nicht zuletzt auch Einfluss haben auf den Bildungsweg der Schüler*innen, wurden Grammatikvorstellungen und Grammatikmodelle diskutiert, ihre Veränderungen im Lauf der Zeit, verschiedene didaktische Zugänge präsentiert.

Es wurde versucht, u. a. Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie viel Grammatik braucht der Lateinunterricht? In welcher Form? Geschichte/ Tradition/ Bedeutung der lateinischen Grammatik? Ziele eines guten Grammatikunterrichts? Was heißt moderner lateinischer Grammatikunterricht? Wie weit sollen in diesem Zusammenhang Spracherwerbs- und Lektürephase voneinander abgegrenzt werden? Wie wichtig sind Vernetzungen? Welche Kompetenzen (deklaratives Wissen; analytisches Verstehen; prozedurales Können) sollen im Grammatikunterricht aufgebaut werden und warum? Warum sind sie für Sprachkönnen so wichtig?

Referenten aus Deutschland, Peter Kuhlmann und Matthias Korn (Universität Göttingen, Universität Dresden, Univ. Leipzig), Österreich, Renate Oswald und Renate Glas (Universität Graz, Universität Klagenfurt) und Italien, Stefano Quaglia (Verona) und weitere Referenten aus Bozen, Meran, Avellino und Genua, versuchten sich diesen Fragen auch aus unterschiedlichen didaktischen und methodischen Traditionen anzunähern. Was bedeutet guter Grammatikunterricht in heutiger Zeit? Welche Unterstützung ist dabei notwendig? Wie reagieren einzelne Länder auf die bereits weiter oben angedeuteten Veränderungen? Dabei wurde auch ein ganz neues Lehrbuch präsentiert und neue Unterrichtsansätze wurden diskutiert.

Der rege Austausch zwischen Vertretern von Schule, Bildungsverwaltung und Universität, aber auch über Ländergrenzen hinweg zeigte deutlich, wie divergent das Thema gesehen werden kann, bot aber auch viele konkrete Lösungsansätze für das Publikum. Lateinlehrer*innen aus Südtirol (aus deutsch- und italienischsprachigen Gymnasien) tauschten sich mit Lehrervertretern aus Bayern, Österreich und dem restlichen Italien aus.

Am Sonntagvormittag wurde die Tagung v.a. für die ausländischen Gäste mit einem Rundgang durch Brixen und der Besichtigung des Domkreuzgangs und der Johanneskapelle abgeschlossen.

Die zweisprachige Tagung der Academia Didactica Athesina wurde in Zusammenarbeit mit dem CLE (Centrum Latinitatis Europae) organisiert. Ein Tagungsband ist in Ausarbeitung.

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