Antike und Musik – neue Möglichkeiten der Rezeption Riscoprire l’antico – musica ed emozioni

WTitelblattCorona hat den Kongress zunächst verhindert, nun gab es einen zweiten Anlauf: Am 10. Oktober 2020 fand im Klassischen Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ ein europäischer Kongress statt, den die ADA, Academia Didactica Athesina, nun zum dritten Mal organisierte.

Referenten und Besucher aus dem deutsch- und italienischsprachigen Raum trafen sich, um sich auch dieses Mal zu Antikenrezeption auszutauschen, in diesem Jahr wurde der Fokus auf die musikalische Rezeption gelegt.

Dem entsprechend referierten nicht nur Klassische Philologen, sondern auch Vertreter von Konservatorien, ein sehr spannendes Projekt, über enge Fächergrenzen hinweg, das gerade im gegenseitigen Austausch für den Unterricht wieder fruchtbare Momente verspricht.

Die Teilnehmer am Kongress (wir konnten Besucher aus München, Linz und Wels begrüßen, aus Rom war ein Referent per MS Teams zugeschaltet) waren begeistert von den hochkarätigen Referaten und den Impulsen für den Unterricht.

Der Tagungsband ist inzwischen erschienen und wurde anlässlich des Kongresses auch einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Themen sind bewusst breit gefasst, um auf ganz unterschiedliche Rezeptionsmöglichkeiten aufmerksam zu machen und verschiedene wissenschaftliche Zugänge zu dem Thema aufzuzeigen.

Es geht um die Musikalität der lateinischen Sprache und wie antike Verse gelesen bzw. mit musikalischer Unterstützung viel besser erfasst werden können. Es geht um eine mittelalterliche Gedichtsammlung und aktuelle Musikaufnahmen dazu. Es geht um Mozart und die Bedeutung der lateinischen Sprache für diesen Ausnahmemusiker. Es geht um die Gestalt des antiken Gottes Pan und wie und warum diese Gestalt in ganz verschiedenen Bereichen der Literatur, der Bildenden Kunst und der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts ihren Siegeszug angetreten hat. Ein Aufsatz ist der Zusammenarbeit zwischen Hugo von Hofmannstal und Richard Strauss in den Anfängen des 20. Jahrhunderts gewidmet. In einem weiteren Aufsatz wird der musikalischen Umsetzung des Ödipusthemas in Strawinskys „Oedipus Rex“ nachgegangen. Der abschließende Essay geht der Frage nach, warum die Musik in der Didaktik der klassischen Sprachen bislang so wenig Stellenwert eingenommen hat. Umgekehrt ist im italienischen „Liceo musicale“ nicht einmal Lateinunterricht vorgesehen, obwohl die Kenntnis der lateinischen Sprache den Zugang zu einem großen Teil der musikalischen Tradition eröffnen würde (abgesehen davon, dass es auch moderne Gruppierungen gibt, welche mit der lateinischen Sprache in ihren Songs experimentieren). Auf jeden Fall gehörte die Musik unbedingt mit zur kulturellen Ausbildung, die gerade im Bereich der klassischen Sprachen zentral ist.

Δωρεά 2, die Schriftenreihe des Gymnasiums „Walther von der Vogelweide“, und der Kongress selbst haben gerade diesen Fragen und Überlegungen breiten Raum gegeben.

Der Band kann kostenlos im Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ angefordert werden ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ): Neben den schon bereits genannten Beiträgen sind auch die Youtube-Aufnahmen von den Proben zum Schülerkonzert und während der Lockdownzeit interessant, die von den SchülerInnen des Klassischen Gymnasiums und des Landesschwerpunkts Musik zu dem großen Thema „Antike und Musik“ erarbeitet wurden.

 

Hier geht es zum Bericht über den ersten Band der Schriftenreihe

 

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