Antike und Musik – neue Möglichkeiten der Rezeption

antikemusikAntike Musik und Emotionen – so nannte sich ein dreisprachiges Projekt (Deutsch – Italienisch – Latein) am Klassischen Gymnasium „Walther von der Vogelweide“. In dieses Projekt waren Schüler*innen und Lehrpersonen des Landesschwerpunkts Musik gemeinsam mit Schüler*innen und Lehrpersonen des Klassischen Gymnasiums direkt eingebunden.

 

Wie wurde Antike in der Musik rezipiert? Das war die ursprüngliche Fragestellung, mit der sich Dir. Martina Adami, auf Anregung des CLE (Centrum Latinitatis Europae), unter dessen Schirmherrschaft das Projekt ablief, an Schüler*innen und Lehrpersonen gewandt hat.

Die Ergebnisse sind faszinierend, weil sie weit über traditionelle Rezeptionsvorstellungen hinausgehen.

Schüler*innen und Lehrpersonen beschäftigten sich mit Figuren, Themen, Melodien, die aus der Antike die Musik bis heute beeinflusst haben, gingen aber auch weit über die reine Übernahme hinaus. Neben der Präsentation von bekannten Komponisten (C. W. Gluck, B. Bartók, C. Debussy, J. Mouquet, C. Orff) versuchten sie sich auch selbst als originelle „Rezipienten“ in einem einmaligen Projekt, das wohl auch wegen der aktuell einschränkenden Antivirusbestimmungenwohl in nicht auszulöschender Erinnerung bleiben wird. Es sollte das großartige Streitgespräch zwischen Kreon und Antigone mit improvisierten Klängen und tänzerisch begleitet in griechischer Ursprache auf die Bühne gebracht werden, die „Invocatio Musarum“ des Augustinus musikalisch untermalt werden, zwei Epigramme von Martial in einem unvergesslichen Sprechchor, der leider über die Proben nie hinauskam, neu interpretiert, das carmen Lemovicense „De brevitate vitae“ eindrücklich besungen werden. 3 Lieder, „Anakreons Grab“ von Hugo Wolf, die „Flöte des Pan“ von C. Debussy und Anakreons „An die Leier“, von F. Schubert vertont, sollten solistisch vorgetragen werden. Ein Lied aus der mittelalterlichen Cambridger Liedersammlung war in einen neuen Rap verwandelt worden, und „De formae fragilitate“ aus Ovids „Ars amatoria“ war im Klassenorchester ganz neu interpretiert worden – auch wenn das Ganze einer breiteren Öffentlichkeit noch nicht vorgestellt werden konnte, es ist leider den strikten Antivirusbestimmungen zum Opfer gefallen. Trotzdem sollte gerade dieses Projekt nicht in der Versenkung verschwinden, die Arbeit war zu intensiv gewesen, die Ergebnisse zu interessant.

Das ganz besondere Konzert sollte die Einleitung zu einem Kongress darstellen, dem die Aula des Gymnasiums im Rahmen der ADA (Academia Didactica Athesina) Bühne bieten sollte: Referenten aus Rom, Macerata, Linz, Wels und Bozen hatten vor, sich dem Thema der Antikenrezeption aus ganz verschiedenen Blickwinkeln anzunähern. Professoren aus dem Bozner Konservatorium, Musikwissenschaftler hatten einen Zugang zur Antikenrezeption in der Musik genauso wie Experten der Klassischen Philologie vorbereitet. Die verschiedenen Teile wären für die Lehrpersonen aus dem In- und Ausland, für die der Kongress hätte stattfinden sollen, eine grandiose fächerübergreifende Offenbarung gewesen, wie auch Musik für den Lateinunterricht fruchtbar gemacht werden kann. Die Bedeutung dieser kulturellen Bildung und Erziehung ist nicht zu unterschätzen. Wie schön und faszinierend das Ganze (inzwischen auch schon längst über die Südtiroler Schule in einen europäischen Rahmen eingebunden) hätte sein können – dies nicht nur im Probedurchlauf zu zeigen, hat das Coronavirus zunächst verhindert. Der Tagungsband wird aber in Kürze erscheinen und kann direkt vor Ort bestellt werden ( Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! ). Darin werden Sie dann auch die Aufnahmen für das geplante Konzert finden – es wäre schade, wenn diese Arbeit, das Engagement und die vielen überraschenden und faszinierenden Ideen verloren gingen!

 

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