Lehrfahrt Griechenland, November 2022

Griechenlandreise 6(Klassisches Gymnasium: 4 gym und 5 gym)

Mittwoch, 9. November, 03:25 Uhr: Frierend steht unsere Gruppe auf dem Bozner Siegesplatz und wartet halb verschlafen, aber auch mit einer gewissen Aufregung auf den Bus, der uns zum Flughafen von Mailand bringen soll. Nach ruhiger Fahrt kommen wir schließlich nach Mailand, von wo wir das Flugzeug nach Athen nehmen. Schließlich kommen wir am späten Nachmittag in unserem Hotel an. Doch noch ist der Tag nicht zu Ende: Es bleibt genug Zeit für eine erste Expedition ins Stadtzentrum, wo wir zum ersten Mal die Akropolis erblicken. Herr Röck führt uns schließlich noch auf den Hügel des Philopappos, der einen atemberaubenden Rundumblick über die ins Abendrot getauchte Stadt bietet. Der Anblick Athens gibt uns Gelegenheit, den zu Ende gehenden Tag und das noch vor uns Liegende zu begreifen.

Am nächsten Morgen geht es bereits, gestärkt mit griechischem Joghurt, auf die Akropolis. Die Bauten der Stadtburg sind größer, als so mancher sie sich vorgestellt hat und von derartiger Würde, dass auch das Klassenmaskottchen Polla nicht davon ablassen kann, ein Selfie zu machen. Genauso versetzt uns das Dionysos-Theater ins Staunen. Am Nachmittag geht es ins Akropolis-Museum, welches die geborgenen Schätze der Akropolis beherbergt. Besonders beeindruckend sind die Koren des Erechtheion.

Am nächsten Morgen heißt es Busfahren. Der erste Halt ist der Isthmus-Kanal, ein Ende des 19. Jahrhunderts erbauter, sechs Kilometer langer Kanal, der die Peloponnes vom restlichen Griechenland trennt. Nach kurzem Aufenthalt geht es weiter zum Heiligtum von Epidauros, welches besonders für die außergewöhnliche Akustik seines Theaters bekannt ist. Am Nachmittag kommen wir nach Mykene. Wir durchschreiten ehrfürchtig das berühmte Löwentor und genießen das Panorama, welches wohl schon Agamemnon genießen konnte. Am Abend erreichen wir schließlich unser Tagesziel - Olympia.

Bei bewölktem Himmel und kühlen Temperaturen wandern wir am nächsten Morgen durch die weltberühmten Ruinen von Olympia. Wir begegnen dort den Überresten des Zeus-Tempels, besichtigen die Werkstatt des Phidias und veranstalten auch einen kleinen Wettlauf im Stadion (Herr Röck wird Dritter). Nach einem Besuch im Museum von Olympia steigen wir erneut in den Bus und fahren nach Delphi.

Am nächsten Morgen, nach einem beeindruckenden Sonnenaufgang, machen wir uns zu Fuß auf, die Ruinen der Orakelstätte zu erkunden. Delphi liegt inmitten der griechischen Berglandschaft auf etwa 700 m Höhe und erlaubt dadurch den Besuchern einen außergewöhnlichen Ausblick über die antiken Ruinen hin ins Tal. Am Nachmittag geht es weiter zurück in Richtung Athen, doch nicht ohne vorher beim griechisch-orthodoxen Kloster Hosios Lukas halt zu machen. Wieder beeindruckt die Landschaft, die vom Kloster, welches weltberühmte Mosaike aus byzantinischer Zeit beherbergt, wunderbar ergänzt wird.

Am vorletzten Tag, wieder in Athen, führt uns unser Weg ins Nationale Archäologiemuseum und auf die Agora, den antiken Marktplatz. Dort bestaunen wir die wiederaufgebaute Stoa (Säulenhalle) und die Reste des Platzes, auf dem Sokrates sein Unwesen getrieben hat. Dort lauschen wir bei Sonnenuntergang einer Beschreibung des Todes des Sokrates - ein würdiger Abschluss für diese erlebnis- und lehrreiche Fahrt.

Am Abend ist dann Freizeit angesagt. Wir dürfen noch auf eigene Faust Athen erkunden und das eine oder andere Souvenir ergattern, bevor wir am nächsten Tag die Heimreise antreten.

 

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Die deutsche Schule in Siebenbürgen

brasovBraşov/Kronstadt in Siebenbürgen ist kein übliches, gewohntes Reiseziel.

Um so neugieriger waren die vier Schüler*innen und zwei Lehrpersonen des Klassischen Gymnasiums „Walther von der Vogelweide“ auf ihre Reise, die im Rahmen eines Erasmusplusprojektes von der Europäischen Union ermöglicht wurde.

Fünf Partnerschulen aus Amsterdam, München, Thessaloniki, aus Bozen und Braşov trafen sich in Siebenbürgen, um sich zum Thema „(V)erkannte Vielfalt: Minderheiten in Europa“ auszutauschen.

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(V)erkannte Vielfalt: Minderheiten in Europa

Amsterdam 1Klassisches Gymnasium: Aristophanes in Amsterdam

Das Highlight des sechstätigen Erasmusplustreffens Mitte Mai in Amsterdam war zweifelsohne die Aufführung von Szenen aus drei Dramen von Aristophanes ("Die Wolken", "Lysistrata", "Die Vögel"), die von dem niederländischen Griechischlehrer Richard Haasen zu einem einzigen Stück zusammengeschrieben worden waren.

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(V)erkannte Vielfalt: Minderheiten in Europa: 2. Treffen in Bozen

ErasmusPlusEs war ein Fest der Sprachen – das Erasmusplustreffen in Bozen. Nicht nur, dass die Schüler*innen aus Amsterdam, Kronstadt (Braşov), München und Thessaloniki gemeinsam mit den Schülern des Klassischen Gymnasiums „Walther von der Vogelweide“ eine dreisprachige Realität mit Deutsch, Italienisch und Ladinisch erleben durften, sondern auch in der Gruppe selbst wurden immer wieder die verschiedensten Sprachen gesprochen – natürlich war Englisch die lingua Franca, aber in den kleinen Begegnungen wurden immer wieder auch andere gemeinsame Sprachen genutzt – und manchmal sogar Latein aktiv gesprochen. Aus der Sicht der Lehrkraft wurden die Ziele des Projekts mehr als nur punktgenau getroffen.

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Lateinische Grammatik zwischen Lust und Frust: Überlegungen zu einem zeitgemäßen Grammatikunterricht

Museumsquartier1Die vierte ADA-Tagung am Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ war einem ganz besonderen Thema gewidmet: der lateinischen Grammatik. Angesichts massiver gesellschaftlicher Veränderungen, die nicht zuletzt auch Einfluss haben auf den Bildungsweg der Schüler*innen, wurden Grammatikvorstellungen und Grammatikmodelle diskutiert, ihre Veränderungen im Lauf der Zeit, verschiedene didaktische Zugänge präsentiert.

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Drama im Gymnasium „Walther von der Vogelweide“

ZimmermannDrama hat mit dem griechischen Begriff „dran“ – (Tun) zu tun. Drama bedeutet also so viel wie „Handlung“. Im Alltag versteht man unter Drama gern so etwas wie Beziehungs- oder Familiendramen. Auch dabei geht es – wie auf der Theaterbühne – um extreme Gefühle.

Prof. Zimmermann, bekannter und geschätzter Klassischer Philologe an der Universität Freiburg, hat seine Wissenschaftsarbeit zu einem großen Teil dem Drama gewidmet. Wer seine Publikationsliste durchstöbern möchte, findet dort neben Standardwerken zum Drama und zahlreichen Textausgaben auch Titel wie Europa und die griechische Tragödie. Vom kultischen Spiel zum Theater der Gegenwart, Dichtung und Musik. Überlegungen zur Bühnenmusik im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., Plautus und die Tradition des Stegreifspiels, Parodie dithyrambischer Dichtung in den Komödien des Aristophanes, Die Krise der Polis im Spiegel der attischen Tragödie, Krieg - der gewalttätige Lehrmeister. Zur Darstellung des Kriegs in der griechischen Tragödie des 5. Jahrhunderts v. Chr., Seiner Zeit voraus – Zur Aktualität des Euripides im 21. Jahrhundert, Spott als Medium der Gruppenbildung und Ausgrenzung in der griechischen Komödie des 5. Jahrhunderts v. Chr. u.v.m.

Mitte Oktober kam Prof. B. Zimmermann ans Klassische Gymnasium „Walther von der Vogelweide“ und referierte und diskutierte mit den Schülern der 3., 4. und 5. Klasse die Geschichte des Dramas (von den griechischen Ursprüngen bis heute).

Es waren spannende zwei Stunden: B. Zimmermann gelang es die kultischen Ursprünge des Dramas neben den politisch-demokratischen Implikationen anschaulich darzulegen genauso wie die Weiterentwicklung der Gattung in viel privaterem römischem Rahmen. Das Wiederaufleben der antiken Tragödie in der Renaissance im Teatro Olimpico (Vicenza) wie die unterschiedlichen Deutungen der Gattung durch Winckelmann und Nietzsche waren ebenso Teil der Darlegung wie die verschiedenen Möglichkeiten und Ausformungen von Komödie und Tragödie.

Dazu kommt für die Geschichte des Dramas natürlich auch die höchst spannende Überlieferungssituation: Was wird in welcher Zeit warum aufbewahrt, der Aufbewahrung für wert befunden und welche reinen Zufalls- und Glücksüberlieferungen gibt es zusätzlich?

B. Zimmermann hat einen weiten Blick auf ein sehr, sehr spannendes Thema geöffnet, an dem in der Schule nun weitergearbeitet wird; am ursprünglichen Dramenverständnis zwischen Religion und Demokratie und der großen Frage von heute: Hat das Drama nur ästhetische oder auch erzieherische Aufgaben? B. Zimmermann machte darauf aufmerksam, dass die Aufführung bestimmter griechischen Tragödien heute in engem Zusammenhang mit politischen Fragen steht: Nach einer Häufung von Kindsmorden Anfang des 21. Jahrhunderts wurde die „Medea“ extrem oft gespielt, Aischylos‘ „Hiketiden“ standen in engem Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik vor wenigen Jahren.

Auch bestimmte Theaterelemente, wie der Chor, sind spannende Momente in der Rezeptionsgeschichte, die es wert wären, genauer untersucht zu werden.

Die Schüler*innen waren begeistert und bedankten sich mit langem Applaus. Es ist schön, dass nach den langen Covidmonaten nun auch wieder andere Themen zur Sprache kommen dürfen und dass der Blick über den Tellerrand wieder möglich wird genauso wie Orientierung im universitären Bereich, die in diesem Fall in beeindruckender Weise umgesetzt werden konnte.

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